Xenoblade Chronicles

Story
9
Atmosphäre
9.5
Gameplay
6.5
Controls & Combat
7.5
Qualität
9.5
Ein lange Unterschätztes Meisterwerk, das erst nach vielen Jahren durch Neuauflagen und Nachfolger die Anerkennung bekommen hat, die es längst verdiente. Wir begleiten Protagonist Shulk auf seine Reise über die Körper der erstarrten Titanen.

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Unser Xenoblade Chronicles Test

Die Geschichte beginnt

Meine Geschichte beginnt am 19.08.2011, einem sonnigen/regnerischen (welcher Gamer kann sich an so etwas schon erinnern) Freitag Nachmittag in den Sommerferien.

Xenoblade Chronicles Cover
Das Cover von Xenoblade Chronicles 2011
Als stolzer Besitzer einer Wii kurz vor dem Ende ihrer Ära, durchsuchte ich mal wieder die Regale des kleinen Videospiel-Shops am Bahnhof. Innerlich war mir klar, dass ich wieder nichts Interessantes entdecken würde, aber dieses Gefühl hat auch noch niemanden davon abgehalten sonntags zum 7. Mal innerhalb einer Stunde den Kühlschrank zu öffnen, nur um wieder enttäuscht zu werden. 
 
Allerdings gab es einen kleinen Unterschied zum gestrigen Besuch: Ein neues Cover das ich nicht erkannte, gepaart mit einem Titel den ich gar nicht erst versuchen wollte auszusprechen: „Xenoblade Chronicles
 
Andere Besucher und selbst der Ladenbesitzer wussten nicht wirklich etwas mit diesem Titel anzufangen. Monolith Soft? Nie gehört.
Natürlich bleibt da vor der Zeit der günstigen Internet-Flats nur eine Option: Sieht es gut aus? Ja. Gekauft!
 

Die wahre Geschichte beginnt

Und zwar die von, wie sollte es in einem klassischen JRPG auch anders sein, zwei Kindheitsfreunden aus Kolonie 9: Die Homs (Menschen) Shulk und Reyn. 

Kolonie 9

Doch auch Kolonie 9 wird nicht von dem ewig währenden Krieg verschont, der auf den zwei Titanen Bionis und Mechonis wütet. Ein Krieg zwischen den Homs – den Bewohnern von Bionis – und den Mechon… richtig geraten, den Bewohnern von Mechonis.
 
Und dabei geht es richtig zur Sache, denn obwohl es auf den ersten Blick nicht so scheint, ist das Setting der Spielwelt ziemlich düster. Nach einem weiteren grausamen Angriff auf Ihre Kolonie, haben die zwei Freunde keine Wahl: Die Mechon müssen aufgehalten werden. So bricht unser Protagonist auf eine epische Odyssee auf, quer über die erstarrten Körpern der antiken Titanen auf.
 
Durch atemberaubende Größe, Vielfalt und Kreativität schafft Xenoblade Chronicles im Test etwas, womit das Genre seit Beginn seiner Existenz zu kämpfen hat. Obwohl Monolith Soft in klassisch japanischer Manier exzessiv mit dem Element der Übertreibung arbeitet und Szenen oft so völlig überzogen erscheinen, dass sie fast ins Komische abdriften, geht die Ernsthaftigkeit nicht verloren. Über etliche Plot Twists und immer neue Welten wird mit unserer Überraschung gespielt, ohne den Charme der Charactere und Ihrer Umwelt zu zerstören. 
Ist Leben nicht alles?
Wir als Spieler erleben eine fabelhafte Welt, voller Lebewesen und Orten, die wir uns nie hätten vorstellen können. Eine Welt voller Gefühle und Leben. 
Kombiniert mit dem legendären Soundtrack von Yōko Shimomura und Yasunori Mitsuda ist Gänsehaut fast schon garantiert.
 
Tree House
Beeindruckende Umgebungen

Alles was eine Geschichte potentiell beinhalten kann, wir dem Spieler hier taktvoll, aber doch mit ordentlicher Wucht an den Kopf geworfen. Es geht um Frieden & Krieg, Verrat & Vertrauen, Freundschaft & Liebe, das ewige Leben und den Tod.

Zugegeben, das alles kann ganz schön erdrücken wirken, vor allem falls man den Draht zur Story einmal verloren haben sollte. Das Ende setzt dabei nochmal mindestens 3 Schippen oben drauf, denn obwohl es auf epische Weise inszeniert wurde, ist es ein Brocken, den man erstmal verarbeiten muss.

Man sollte sich klar machen, dass diese Umstände nicht an die breite Allgemeinheit gerichtet sind, was objektiv betrachtet das größte Manko der Serie ist. Da wir uns noch immer im Xenoblade Chronicles Test befinden, müssen wir euch darauf hinweise, dass Ihr in Shulk’s Welt höchstwahrscheinlich keinen Spaß finden werdet, wenn die reine Faszination für das Fabelhafte nicht zu euren Interessen zählt.
Aber wenn doch: Mach dich bereit für eine Achterbahnfahrt der Gefühle!

Von Titanen und Nopon

Der Nopon Riki
Typisch JRPG: Nopons
Neben protzigen Kulissen und wahnwitzigen Fabelwesen gibt es noch eine weitere Welt hinter der Fassade zu entdecken. 
Über den gesamten Verlauf der Geschichte begegnen wir immer wieder neuen Persönlichkeiten und bauen unsere sehr diverse Truppe weiter und weiter auf.
Die [nennen wir es mal vorsichtig] Kreativität des World Buildings macht vor den Charakteren natürlich ebenfalls keinen Halt. Eine moderate Flexibilität ist zwar auch dem Spieler gegeben, aber die vorgegebene Rollenverteilung innerhalb der Gruppe ist doch schon relativ straff.
 
Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten führt das zu wundervoll unerwarteten und bunt durcheinander gewürfelten Schlachten… oder was haltet Ihr von unserem kleinen Nopon Tank im Bild?
 

Dein wahres Gesicht

Obwohl unterhaltsam und durchdacht erscheinen die Charactere in Xenoblade Chronicles auf den allerersten Blick vor allem eins: durchschaubar und eindimensional.

Mechon mit Metallgesicht
Antagonist: „Metal Face“

Glücklicherweise ist das in der Realität absolut nicht der Fall, denn umso weiter die Story sich fortsetzt, umso mehr wird klar, dass alle Mitstreiter weitere – eigene – Beweggründe für Ihre Aktionen haben. Gegen Ende wird offensichtlich, dass die Personalitäten weit tiefgehender sind, als es in den ersten Stunden des Spiels den Anschein hatte.

Spätestens nach der ersten großen Wende unserer Geschichte wird es wohl auch kaum noch jemand wagen, das Wort Vorhersehbar in den Mund zu nehmen.

Dank des gewaltigen Umfangs können diese ersten Stunden leider eine Zeitspanne von gut 30 Stunden Spielzeit bedeuten, die dann eben doch teils sehr klischeehaft ablaufen.

Wer bei einem der klassisch japanischen Tropes jedes Mal ein unwohles Gefühl im Magen bekommt, sollte die erste Hälfte des Spiel nicht ganz so ernst nehmen, oder eventuell doch lieber ganz verzichten. 

Leben

Auf den Titanen hat sich ein eindrucksvolles Ökosystem entwickelt, wodurch scheinbar jede Ecke der Welt mit Leben gefüllt ist. Glücklicherweise wurde dabei kein allzu großer Wert auf Balancing gelegt, sondern die Atmosphäre in den Vordergrund gestellt. Jedes Biotop wird von spezifisch angepassten Lebewesen bewohnt, die als Fleisch- und Pflanzenfresser miteinander harmonieren.

Riesiger Affe in Xenoblade Chronicles
Rotbart: Das Alphamonster der Gaur Plains

Mit ein Wenig Glück (oder Unglück) stolpert man regelmäßig über die Alphatiere jedes Gebiets, die meist einen deutlich höheren Level haben, als die gewöhnlichen Gegner.

Obwohl Ihr euch mit ihnen meist nicht anlegen sollte, tragen Sie doch einiges dazu bei, die ohnehin gigantische Welt noch größer und freier erscheinen zu lassen.

Immer drauf da

Das Kampfsystem, das wir uns im Xenoblade Chronicles Test genauer ansehen ist… etwas Besonderes. Ob das etwas gutes ist oder nicht, das bleibt jedem selbst überlassen. Fakt ist: Das System ist ein frischer Wind und sehr intuitiv, so weit nicht schlecht.

Ihr kontrolliert Shulk, unseren Protagonisten. Den Rest eurer Gruppe aus insgesamt 3 Mitgliedern könnt Ihr frei zusammestellen und beliebig austauschen, auch wenn die meisten Spieler Ihre Gruppenzusammenstellung außerhalb des Endgames wahrscheinlich nicht großartig abändern werden.

Grundsätzlich gilt hier: wählt die Charactere, die euch am symphatischten sind. Stellenweise sind die Kämpfe zwar relativ anspruchsvoll, doch braucht Ihr definitiv keine spezielle Kombination von Kämpfern, um einen bestimmten Story-Boss zu besiegen. Solange ein halbwegs anständiger Tank die härtesten Treffer eurer Gegner wegstecken kann, seid Ihr für euren Run bestens gerüstet.

Backslash!

Shulk und auch seine Mitstreiter erlernen mit fortschreitender Erfahrung neue Skills, mit denen Ihr eure begrenzte Aktionsleiste befüllen könnt. Nach wie vor können eure Mitstreiter aber nicht kontrolliert werden und so verwenden sie ihre Skills so, wie es nach dem Ermessen einer 2011 Nintendo AI angemessen ist. Keine Sorge, sollte einer von Ihnen sich an seiner Aufgabe übernehmen und zu Boden gehen, kann Shulk oder einer der anderen Partymitglieder ihn zum Preis einer gefüllten Gruppenleiste wiederberleben.

Eure Skills im Kampf
Shulks Skills müssen von euch manuell per Links- und Rechts-Eingabe ausgewählt und verwendet werden. Eure Standardangriffe hingegen werden automatisch ausgeführt, sofern Ihr dazu in der Lage seid.
It’s Reyn Time!
Da es in diesem Kampfsystem meistens nicht möglich ist den Angriffen der Gegner auszuweichen (Gegner treffen unabhängig von der Distanz, nachdem ein Angriff erst gestartet ist) musste es eine andere Motivation geben nicht stur an einer Stelle stehen zu bleiben. Daher wurden viele Skills mit Positionierungseffekten à la „Extra Schaden von hinten!“ versehen – und diese gilt es auch zu nutzen, falls Ihr vor habt die extrem robusten Bosse zu erledigen.
 
Weiterhin gilt es die Gegner bewegungsunfähig zu machen indem Ihr sie zu Boden werft. Dafür müssen Sie per entsprechendem Skill zum Schwanken gebracht werden, wonach sie für Kurze Zeit anfällig für Skills sind, die eure Feinde umwerfen. Natürlich lassen die Bossgegner das nicht einfach so mit sich machen, weshalb Ihr in kritischen Situationen erst ihre Verteidigung durchbrechen müsst.

Angriffsketten

Moment mal, wie soll ich derartige Combos starten, wenn ich den Rest meiner Gruppe nicht kontrollieren kann?

Neben dem Wiederbeleben von Mitstreitern hat die Gruppenleiste noch eine weitere Funktion: Mit 3 gefüllten Leisten wird die Angriffskette gestartet.

Dabei kommt nacheinander jeder deiner Gruppenmitglieder an die Reihe und du kannst beliebig einen ihrer Skills ausführen, ohne dass der Gegner sich dagegen wehren kann. Werden Angriffe der gleichen Art (z.B: Anriff oder Support) nacheinander ausgeführt, erhaltet Ihr einen massiven Boost auf euren Schaden.

Angriffskette Schaden 4634515

Angriffsketten können nach bestimmten Voraussetzungen auf bis zu 15 Anwendungen verlängert werden. Leider würde eine genauere Erklärung den Rahmen des Reviews sprengen, es lohnt sich aber immens sich genauer mit diesem Thema zu beschäftigen. Habt Ihr die Ketten erstmal gemeistern, wird so manch ein Boss vom Brocken zum Kieselstein.

This is the Monado’s power!

Shulk ist der Führer des Monados, welches Ihm den einen oder anderen Vorteil verschafft. Um Spoiler zu vermeiden gehen wir nicht weiter auf die Hauptfunktion der legendären Klinge ein, aber es bringt weiteres wichtiges Element in den Kampf ein.

Das Monado
Das Monado

Die weniger eindrucksvollen, aber durchaus nützlichen Monado Arts lassen sich aktivieren und analog zu den gewöhnlichen Skills verwenden. Hierbei handelt es sich aber weniger um mächtige Angriffe, sondern viel eher um extrem starke Buffs, die euch das Leben vereinfachen können, wenn Ihr das möchtet.

Immer mit der Ruhe

Ein paar Dinge musst du dringend selber mitbringen, wenn du vor hast in die Welt von Xenoblade einzutauchen – Geduld und Zeit.

Ein Boss, der nach einem 20-minütigen Kampf einfach nicht in die Knie gehen will aber eure Truppe kurz vor dem Ende in einem einzigen Angriff spontan vom Angesicht der Erde fegt? Keine Seltenheit! Vor allem wenn Ihr in Sachen Level ein Wenig hinterher hinkt, werdet ihr dieser Situation unausweichlich begegnen.

Der Popularität des Spiels tat gerade diese Eigenschaft ganz und gar nicht gut, denn aufgrund des vorprogrammierten Frust sind viele Spieler nie zu den interessanten Teilen der Story vorgedrungen.

Drachenkönig Alcar
Drachenkönig Alcar: Hoffentlich mögt Ihr Schmerz!

Endgegner in der Rubrik Zeitaufwand ist allerdings kein Boss, sondern die Spielwelt an sich. Du möchtest Gegenstand X finden? Kein Problem. Laufe einfach für 40 Minuten diesen mit wilden Monstern übersäten Pfad entlang… und danach wieder zurück!

Obwohl die Welt durchaus interessant ist, hat die eigene Geduld Ihre Grenzen. Oft ist der Questmarker eine schlichtweg absurde Distanz weit entfernt, wobei es keinerlei Möglichkeit gibt, diese Strecke schneller zurück zu legen.

Fahrzeuge? Nein.
Reittiere? Fehlanzeige.
Du gehst zu Fuß!
… und das ist schade.

Kompakt aber vorhanden

Ein Item
Ein Item: Was könnte es sein?

Nebenquests sind rar in der Welt von Xenoblade Chronicles, wobei die vorhandenen oft daraus bestehen, ein paar Collectibles aufzusammeln. Eine Qual, denn es ist nicht erkennbar, was man da gerade aufsammelt (Sammelitems werden nur als farbiges Flimmern dargestellt, das per Zufallsgenerator einen Gegenstand in dein Inventar verfrachten).

Wenn man nun diesem Umstand mit den langen Fußwegen kombiniert, die wir im vorherigen Kapitel angesprochen haben, dann muss man sich schon bewusst entscheiden, ob man sich nun tatsächlich damit beschäftigen möchte.

Schlussendlich ist das alles aber nicht so grausam wie es klingt, da manch einer sicher – dank der wundervollen Umgebung und Atmosphäre – nichts gegen einen musikalisch passend unterlegten Spaziergang hat.

Heart to Heart

Während unserer Reise können wir zu unserer Gruppe, vielen NPCs und sogar ganzen Arealen Affinität aufbauen. Das machen wir genau so wie im echten Leben: Mit netten Worte, Gesten und Geschenken.

Shulks Affinität zu Gruppenmitgliedern
Shulks Affinität zum Rest der Gruppe

Ob Ihr euch darum scheren wollt, was die anderen von euch denken, bleibt dabei euch selbst überlassen. Solltet Ihr euch dagegen entscheiden, gehen euch aber auch ein paar nette Vorteile durch die Lappen. Ob neue Skill Slots, bessere Chancen bei der Herstellung von Edelsteinen oder längere Combos in Angriffsketten – die Effekte sind vielseitig.

Zusätzlich schaltet Ihr durch eine hohe Affinität neue Gesprächsmöglichkeiten zu euren Mitstreitern frei, die zwar zur Story nicht viel beitragen, aber tatsächlich ganz interessant sein können.

Das muss gesagt werden

Wie bereits angesprochen ist die Steuerung sehr intuitiv, auch wann ein neuer Speiler sicher erst nach einiger Zeit wirklich hinter die Feinheiten des Kampfes kommt. Allerdings gibt es da ein kleines Manko, über das wir reden müssen: Die Kamera.

In der Originalversion ist die Steuerung auf die Benutzung von Remote + Nunchuck ausgelegt. Gesteuert wird die Kamera mit dem selben Stick, mit dem wir auch Shulk durch die Welt navigieren müssen. Das funktioniert, indem wir die Taste auf der Rückseite des Nunchucks halten, wodurch die Kamerafunktion getoggelt wird.

Sicher fragt Ihr euch, wie wir in diesem Fall gleichzeitig Laufen und die Kamera bewegen können… die Antwort existiert nicht. Bewegen oder Umschauen – entscheidet euch! Vor allem in den ersten Kämpfen des Spiels fühlt sich das einfach nicht gut an.

Sprache & Sound

Ach ja, auf diesen Teil habe ich gewartet!
Die Stimmen unserer Helden und Feinde kommen in 2 Versionen:

  • Japanische Originalausgabe
  • Englische Übersetzung

Eine deutsche Ausgabe ist leider nicht vorhanden, die Untertitel lassen sich aber natürlich auf die gewünschte Sprache einstellen, womit das Verständnis kein Problem darstellen sollte.

Kurz gesagt: Beide Versionen sind brillant!

Von japanischen Seyuus ist man hervorragende Leistungen ja bereits gewohnt, doch für Xenoblade Chronicles wurde nochmal ein Häufchen Liebe oben drauf gesetzt. Jeder Satz ist gefüllt von Emotionen, selten haben wir Stimmen erlebt, die uns dermaßen in das Erlebnis ‚hineinreißen‘.

Shulk schreit 'Fiora'

Noch beeindruckender: Die englische Sprachausgabe ist nahezu auf dem selben Level!
Die Voice Actors gehen, ungewohnt für amerikanische Verhältnisse, wirklich aus sich heraus, sodass die emotionalen Szenen vor Gefühl nur so triefen.

Einen kleinen Dämpfer bekommt das ganze dadurch, dass ein Lip-Synching so gut wie nicht vorhanden ist und die grafische Umsetzung der Gesichter diese Gefühle nicht wirklich wiederspiegeln kann. Trotzdem haben wir es hier mit einem Meisterwerk zu tun – Für mich als Spieler das am besten synchronisierte Game aller Zeiten.

Wir haben dieses Phänomen bereits in einem früheren Abschnitt des Reviews beschrieben, aber gerne erwähnen wir es nochmal: Die Atmosphäre, die aus Kombination der Voice Actors und dem einzigartigen Soundtrack entsteht, ist ein Höhepunkt der RPG-geschichte.

Jeder Ort, jeder halbwegs entscheidende Character und jeder Gegner hat seinen eigenen Sound, der fast in jedem Fall perfekt auf ihren Character zugeschnitten und komponiert wurde. Die Musik, die sich über mehr als 80 Titel erstreckt, ähnelt mehr einem gründlich durchdachten Orchester, als einem gewöhnlichen Videospiel-Soundtrack.

Unendliches Potential

Man kann regelrecht spüren, wie viel Liebe in die Entwicklung des Spiels geflossen ist. Wo Zeit gebraucht wurde, wurde sich auch Zeit genommen, eine Tugend die leider heutzutage oft viel zu kurz kommt.

Höhle in Xenoblade Chronicles
Die unterirdische Höhle ist keine Instanz und kann ohne Ladezeit betreten werden

Trotzdem spüren wir auch die technischen Limitierungen der Wii, die in einer derart großen Welt keine Power mehr übrig hat, um eine hohe Auflösung oder detailreiche Animationen zu produzieren. Heißt das, dass die Entwickler die Technik vernachlässigt haben? Nein! Es wurde herausgeholt, was die Wii in sich hatte. So stoßt ihr beispielsweise bis auf einige seltene Ausnahmen während eurer Erkundung nie auf einen Ladebildschirm.

Es fühlt sich fast ein Wenig so an, als wäre Xenoblade Chronicles eine Idee, die für andere Plattformen konzipiert wurde, aber auf mysteriöse Weise auf einer Nintendo Konsole gelandet ist. Allerdings wissen wir auch, das so viel Detail und Liebe meist eben nur aus dieser Ecke des Gamings kommt.

Balance hat Monolith Soft hier nicht gefunden. Stattdessen wurde die Idee in ihrer reinsten Form umgesetzt ohne dabei auf die technischen Einschränkungen zu achten. Definitiv ein vorbildhafter Ansatz, der einigen größeren Marken sicher hin und wieder gut tun würde.

Content

Wir haben es hier mit einer einzigen, ausführlichen Story zu tun – nicht mehr und nicht weniger.

Subplots und Quests sind nicht, was den Inhalt dieses Spiels definieren. Stattdessen hangeln wir uns an einem roten Faden vom Anfang bis zum Ende durch die Geschichte , wobei Ihr gut 60 Stunden eures Lebens einplanen müsst, falls Ihr nacht etlichen Gegnern das Ende des Epos miterleben möchtet.

We will, I know it

Nach Abschluss der Handlung gibt es noch die protzigen Areal-Bosse zu erledigen, was noch einmal so viel Zeit und eine Menge Grinding von euch verlangen wird. Ob sich das für euch lohnt, das müsst Ihr selber wissen.

Einen Grund im Nachgang einen zweiten Durchlauf anzusetzen gibt es nicht wirklich, außer Ihr habt das Gefühl, etwas verpasst zu haben.

Unsere Meinung

Wer dieses Review tatsächlich gelesen hat, dem ist höchstwahrscheinlich aufgefallen, dass es mir als Author oft schwer gefallen ist, objektiv zu bleiben.

Xenoblade Chronicles ist ein Titel, der sich auf Umwegen fest in meinem Herzen verankert hat. Ja, die Wege sind lang und ja, einige Bosse sind schlichtweg anstrengend oder unfair… und doch wollte ich diese Welt gar nicht mehr verlassen. Die Aussicht auf das nächste große Kapitel hat mich immer wieder, immer weiter voran getrieben, egal wie langwierig es auch geworden ist.

Geniesser Siegel
Verdient!

Klischeebehaftete Charaktere auf einem unglaublichen Abenteuer, untermalt von einem derart einzigartigen Soundtrack – Vielleicht bin ich einfach nur sentimental, aber für mich ist diese Geschicht nicht mehr weg zu denken. Die Definition für unser Genießer-Siegel, Glückwunsch Monolith Soft!

Ein Maßstab

für JRPGs der kommenden Generationen.

Mittlerweile ist Xenoblade Chronicles nach 2 neuen Releases (3DS & Switch)  in den Häusern der meisten RPG-Fans angekommen, die sich für dieses Setting interessieren. Ein Erfolg, der sich erst lange nach der ursprünglichen Erscheinung gezeigt hat, mittlerweile aber sogar zu 2 spirituellen Nachfolgern geführt hat: Xenoblade X und Xenoblade Chronicles 2.

Wir erleben eine unglaubliche Atmosphäre und Story, gepaart mit gutem Gameplay, wobei in dieser Hinsicht eher die Kämpfe überzeugen dürften als der Rest. Die Hingabe der Entwickler ist in jedem Winkel der detailreichen Welt und in all den liebevoll charakterisierten Persönlichkeiten zu spüren.

Monolith Soft ist hier ihr erster wirklich großer Titel gelungen, wobei sie seit dem an weiteren extrem erfolgreichen Franchises wie Animal Crossing und The Legend of Zelda mitarbeiten durften. Mittlerweile zeichnen sich in der Zukunft sogar noch weitere Titel der Xenosaga am Horizont ab.

Shulk mit Libelle

Unsere Meinung ist klar: Dieses Spiel solltet Ihr nicht verpassen.

Wir hoffen es geht so weiter!

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