Fire Emblem: Three Houses

Story
7
Atmosphäre
7.5
Gameplay
8
Controls & Combat
9.5
Qualität
7
Die neueste Auflage der Fire Emblem Serie setzt auf Flexibilität und wird zum echten RPG! Zum ersten Mal sind wir nicht einsamer Stratege, sondern ein Lehrer der Klosterakademie Garreg Mach: Byleth.

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Fire Emblem: Three Houses – Unser Test

Nummer 13

Oder Nummer 16 ist Three Houses in der Fire Emblem Saga, wenn wir die 3 Remakes gelten lassen, die über die Jahre erschienen sind. Ein weiterer Teil in einer Videospielserie, die seit 1990 mit Shadow Dragon and the Blade of Light in die Regale der Fans einsortiert wird. Ein weiterer Teil in einer Videospielserie, die das rundenbasierte Strategiespiel geprägt hat wie kaum ein anderes.

Als Author, der die Serie schon seit dem ersten deutschen Release – im Jahre 2004 auf dem Gameboy Advance – als eingefleischter Fan verfolgt, freue ich mich ganz besonders auf Fire Emblem 13: Three Houses!

Fire Emblem Banner im Fire Emblem: Three Houses Test
Das Cover von Fire Emblem: Three Houses

Wer bin ich?

Nach dem Prinzip von Link in the Legend of Zelda oder Joker aus Persona 5 schlüpfen wir in die Rolle eines Stummen Charakters. Na ja, „Charakter“ fühlt sich in diesem Zusammenhang wirklich nicht nach dem richtigen Wort an, denn Charakter besitzt die Figur die wir spielen nicht wirklich. Die Aufgabe, die leere Hülle die uns gegeben wird mit Leben und Persönlichkeit zu füllen obliegt hauptsächlich unseren eigenen Entscheidungen… und vor allem unserer Fantasie.

Damit liegen Intelligent Systems, das Studio hinter Fire Emblem, voll im Trend, denn ähnliche japanische RPG Verkaufsschlager der letzten Jahre haben genau dieses Prinzip vorgemacht (zum Vergleich: Xenoblade X und Persona 5).

Ob unser Protagonist Byleth sich nun wie eine liebevolle Vaterfigur verhält, oder doch lieber die Bad-Boy Schiene fährt, das liegt an den Aktionen des Spielers. Auswirkungen auf Gameplay oder Story hat das allerdings nicht wirklich.

Byleth m und w
Byleth als Mann oder Frau

Oft wird vergessen, dass es sich bei den bekannten FE Protagonisten wie Ike, Marth & Lucina nicht um die Charaktere handelt, in deren Rolle der Spieler schlüpft. Und so habt Byleth dieser klitzekleine Funken von Character, den wir ihm verleihen können, schon bedeutend von vielen anderen SCs vergangener Fire Emblem Geschichten ab. Vorgänger haben nämlich meist vollständig auf jegliche Charakterisierung oder sogar die Darstellung des Hauptcharakters verzichtet.

Nachdem Byleth es nun nach etlichen seiner Vorläufer sogar in das Roster der Smash Bros Gemeinschaft geschafft hat, muss er ja zumindest etwas zu bieten haben!

Senseiii

In gewohnter Fire Emblem Manier ist Byleth – je nachdem wie Ihr wählt – der Sohn oder die Tochter eines legendären Kämpfers: Jeralt.

Diesmal sind wir aber nicht geborener Stratege, sonder spielen eine völlig neue Rolle mit ähnlicher Verantwortung. Also starten wir voller Elan in unseren ersten Tag… als Lehrer an der Militärakademie der Kirche von Seiros.

Blyeth als Lehrer
Ihr seid… Lehrer?

Ein Bisschen leichter als echte Professoren haben wir es aber schon, den unsere Klasse und die dazugehörigen Schüler können wir nach einer ausführlichen Vorstellungsrunde selber wählen.

Jede der drei verfügbaren Klassen wird von ihrem jeweiligen Klassensprecher ‚angeführt‚. Nachdem wir uns also nach einigen kleinen Sympathie-Tests ein genaueres Bild von unseren zukünftigen Schülern gemacht haben, entscheiden wir uns, wer unsere Weisungen verdient hat:

Edelgard von Hresvelg

Edelgard
Anführerin der schwarzen Adler – Edelgard

Erbin des Kaiserreichs Adrestia und eine ernst zu nehmende Axtkämpferin. Eine Persönlichkeit die Ihren Prinzipien treu immer bleibt und selbst unter den schwersten Umständen nicht von ihrem Weg abweichen wird.

Oft ist Edelgard nicht gerade umgänglich und macht auf den ersten Blick nicht gerade einen sympathischen Eindruck, trotzdem muss man sie für ihre Entschlossenheit bewunden.

Es ist schwer ihren Charakter und ihre Beweggründe auch nur ansatzweise zu verstehen, wenn man sich am Anfang des Spiels nicht für ihre Klasse entscheidet.

Dimitri Alexandre Blaiddyd

Dimitri
Anführer der Blauen Löwen – Dimitri

Kronprinz des Heiligen Köngreichs von Faerghus und ein geübter Kämpfer mit der Lanze.

Er ist ein Kindheitsfreund von Edelgard, der ihr während ihrer Zeit im Exil begegnet ist. Die beiden scheinen sich sehr nahe zu stehen, zeigen das aber so gut wie nie.

Dimitri kämpft für seine Prinzipien, hat aber im inneren einen weichen Kern, der ihn durchaus zu einem sympathischen Zeitgenossen macht.

Aufgrund von Ereignissen in seiner Vergangenheit und im Verlauf des Spiels, hat er große Probleme mit seinen Gedanken und der inneren Wut klar zu kommen.

Claude von Riegan

Claude
Anführer der goldenen Hirsche: Claude

Erbe des Hauses von Riegan, Schönling und ein extrem akkurater Bogenschütze aus Almyra.

Claude ist auf den ersten Blick ein freundlicher und vertrauenswürdiger, wenn auch leicht oberflächlicher Typ Mensch. Des Öfteren sind wir uns nicht sicher, ob wir ihm wirklich trauen können, denn es wirkt fast so, als würde er mit uns spielen.

Eine direkte Verbindung zu den anderen zwei Klassensprechern hat Claude nicht, aber auch er wirkt nicht gerade stark charakterisiert, sofern man sich nicht für seinen Pfad entscheidet.

Vom Schüler zum Anführer

Nachdem wir uns endlich für eine Klasse entschieden und uns mit unseren Schützlingen angefreundet haben, geht die Geschichte endlich los. Zusammen mit unserer Klasse – und der Unterstützung der zwei übrig geblieben Häuser unter unseren zwei Kollegen Manuela und Hanneman – verteidigen wir in der ersten Hälfte des Spiel die Kirche von Seiros im Kloster Garreg Mach: dem Standort der Militärakademie.

Rhea
Erzbischof und Leiter der Kirche von Seiros: Rhea

Die nicht identifizierbaren Angreifer haben es scheinbar auf die Geheimnisse des Klosters abgesehen. Haben sie möglicherweise sogar vor die legendären Artefakte des Klosters zu entwenden? Wir wissen es nicht, denn Gestalten wie der Todesritter und der Flammenkaiser, lassen durch ihre Masken kaum eine Information hinausdringen.

All die unvorhergesehenen Geschehnisse kulminieren in einer finalen großen Schlacht – was hat Schul- und Klosterleiterin Rhea vor, dagegen zu unternehmen?

Erst einige Jahre später geht Byleth’s Geschichte weiter. Doch unsere Schüler sind in einer sich wandelnden Welt erwachsen geworden. Wir machen uns auf die Suche nach unserem auserwählten Klassensprecher, denn schließlich haben wir uns ein Versprechen gegeben. Dabei ist Vorsicht geboten, denn nicht alle Persönlichkeiten überstehen Jahre des Krieges.

So beginnt die 2. Hälfte des Fire Emblem: Three Houses Tests, in der uns eine dunklere und ernstere Stimmung entgegen schlägt. Unsere drei ehemaligen Klassensprecher sind wie vorgesehen an die Spitze ihrer Reiche aufgestiegen… doch traurigerweise haben sie teils sehr unterschiedliche Ansichten, wie ihre neue Welt aussehen sollte. Alle drei haben ihre eigenen, durchdachten Beweggründe, Byleth kann natürlich aber nur seiner eigenen Fraktion treu bleiben. Können wir das unausweichliche Aufeinandertreffen verhindern?

Welche Seite wählt Ihr?

Slice of Life

My Castle, unser Hub aus Fire Emblem: Fates, kam bei der Audienz scheinbar sehr gut an, denn nun wurde das gesamte neue Abenteuer auf diesem Erlebnis aufgabaut. Die Burg ist nun das gesamte Kloster Garreg Mach, in welchem wir uns größtenteils frei bewegen können. Nach fast jeder Schlacht kehren wir in unsere Gemächer zurück und haben anschließend die Möglichekeit, die Schule zu erkunden oder uns mit unseren Schülern zu beschäftigen.

Byleth kocht mit Leonie
Kochstunde: Was gibt’s zu essen?

Das Schulleben ist – selbstverständlich – sehr stark an das japanische Schulsystem angelehnt. Dabei nehmen wir mit unseren Schülern an alltäglichen Clubaktivitäten wie Singen, Angeln und natürlich am Mittagessen teil. Hauptsächlich stärken wir durch die Ausflüge und Gespräche die Bande zu unseren Schülern und Kollegen, erhalten aber auch kleine Stat-Boosts für kommenden Schlachten.

Wo sind wir jetzt schon wieder?

Während unserer ersten Erkundungen ist es nicht gerade einfach, zwischen den verschachtelten Gängen des Klosters zu navigieren, vor allem da wir immer weitere Winkel der Schule und neue Personen freischalten, die am Schulleben teilnehmen. Nach dem 10ten oder sogar 20ten Mal wird es dann aber doch langsam sehr eintönig und es fühlt sich eher nach einer lästigen Pflicht an, schon wieder mit den Schülern essen zu gehen, als nach unterhaltsamen Gameplay. Ab und zu wird euch zwar noch immer die ein oder andere neue Tür geöffnet, viel Neues haben die Räume aber leider nicht mehr zu bieten, nachdem Ihr euch mit all den Schülern angefreundet habt.

Alle Aktivitäten sind natürlich vollkommen optional und dienen hauptsächlich dazu, dem Spiel die Rollenspielelemente hinzuzufügen. Solltet Ihr freiwillig auf das Schulleben verzichten wollen bremst das das Wachstum eurer Truppe zwar ein Wenig aus, wird euch aber im Endeffekt nicht davon abhalten die Geschichte erfolgreich abzuschließen.

Für Ruhm und gute Noten

Das bewährte Fire Emblem Kampfsystem sollte mittlerweile den meisten Lesern bekannt sein und hat sich auch in dieser Version nur sehr minimal geändert – getestet wird hier nicht viel. Für die Neulinge unter euch hier eine kurze Zusammenfassung:

Nachdem wir uns auf den kommenden Kampf vorbereitet haben, schicken wir eine begrenzte Anzahl von Einheiten in die Schlacht. Das Schlachtfeld ist hierbei auf einem Raster aufgebaut, wobei jede Einheit pro Runde eine bestimmte Anzahl an Feldern überschreiten und anschließend einen Angriff durchführen kann. Erst nachdem all unsere Einheiten bewegt wurden und wir die Runde beenden, sind die gegnerischen Kämpfer an der Reihe.

Fire Emblem Kampfssystem
Das klassische Fire Emblem Schlachtfeld

So simpel und intuitiv wie schon vor 20 Jahren, viel mehr steckt auf Anhieb tatsächlich nicht dahinter. Für tiefergehende Mechaniken wie Terrain-Einflüsse und Items könnt Ihr euch an einen spezifischeren Guide wenden, es macht aber auf jeden Fall eine Menge Spaß, die Feinheiten selbst heraus zu finden!

Was willst du mal werden?

Im Gegensatz zu den meisten vorhergegangenen Einträgen der Fire Emblem Serie, haben unsere Schüler keinen vordefinierten Karrierepfad vor sich. Anstelle dessen gibt es Empfehlungen auf Basis dessen, was der Schüler besonders gut kann – aufgrund der vordefinierten Fähigkeiten jedes Charakters können wir uns meistens jedoch auch selber denken, was die Ziele unseres Schützlings sein sollen.

Haben wir uns für unsere Schülerarmee und ihre jeweiligen Waffen entschieden ziehen wir wagemutig in die Schlacht und sammeln Erfahrung. Aber moment mal, sind wir hier nicht an einer Schule? Und ob wir das sind! Erfahrung sammeln wir also nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern großteilig auch im Unterricht. Der Stoff wird auf unser jeweiliges Teammitglied zugeschnitten und ihm in den täglichen Unterrichtsstunden zusammen mit den anderen eingetrichtert.

Nicht alles auf einmal!

Byleth als Totenpriester in Fire Emblem: Three Houses
Neue Ultima Klasse: Der Totenpriester

Im Unterricht wird nur der Umgang mit bestimmten Waffenarten oder speziellen Fähigkeiten wie Reiten oder Fliegen gelehrt, Kampferfahrungen müssen trotzdem weiterhin in den realen Schlachten gesammelt werden.

Hat ein Schüler die nötigen Qualifizierungen erreicht, können wir ihn zum Klassen-Examen anmelden. In gewohnter Fire Emblem Manier benötigen wir dafür je nach Aufstiegsstufe entsprechende Siegel, die beim Antritt der Prüfung verbraucht werden. Die Erfolgschance hängt vom jeweiligen Fähigkeiten-Level des Prüflings im Verhältnis zu den angeforderten Fähigkeiten ab: So benötigt beispielsweise ein Aufstieg zum Kavalier ein gewisses Können in den Bereichen Reiten und Lanzenkampf.

Nochmal von vorn

Die Wahl einer Klasse ist in Three Houses weit weniger endgültig, als man es aus vergangenen Titeln vielleicht gewohnt ist, denn jeder Schüler (und auch Byleth!) können beliebig viele Examen ablegen und jederzeit außerhalb des Kampfes zwischen den erlernten Klassen wechseln. Wirklich nützlich ist das bei einer durchschnittlichen Spielweise eher nicht, schaden kann es aber sicherlich auch nicht!

Leonie als Pegasusritter in Fire Emblem: Three Houses
Ein Klassiker: Leonie als Pegasusritter

Schön ist definitiv die verhältnismäßig große Auswahl an Klassen, auch wenn einige von ihnen leider nur vom jeweiligen Geschlecht erlernt werden kann. Na ja, aber wer weiß… eventuell werden im Verlauf der Story ja sogar noch weitere Pfade freigeschaltet?

Nun haben wir aber dummerweise nicht einen einzigen Schüler, der von seinen Fähigkeiten ausgehend als Schwertmeister geeignet wäre, in unserer Klasse… doch noch ist die Hoffnung nicht verloren. Indem wir einen passenden externen Akademie-Gänger von unseren Fähigkeiten überzeugen, werben wir den Lernenden dem konkurrierenden Haus einfach ab. Da Byleth bedauerlicherweise so schnell nicht Experte in allen Arten des Kampfes werden kann, ist die Anzahl an potentiellen Schülern natürlich stark begrenzt.

Bronze, Eisen, Stahl… Magie?

Im neuesten Teil der Fire Emblem Reihe wurde eines nicht unbedingt erneuert: Das Equipment. Der absolute Großteil der Waffen, sollte alteingesessenen Spielern der Serie bekannt vorkommen. Neben den Waffen und Accessoires gibt es weiterhin kein nennenswertes Equipment. Die Ausrüstung selber wird wie gewohnt im Kampf ergattert, im Kloster eingekauft oder eventuell gecraftet.

Eine ziemlich einschneidende Änderung gibt es dann aber doch, und zwar beim Thema Magie und Zaubersprüche. Diese haben nämlich mittlerweile keine Haltbarkeit mehr und können pro Kampf eine bestimmte Anzahl oft verwendet werden. Endlich sind unsere Heiler in der Lage den Purgativ zu verwenden, ohne in Ständiger Angst zu leben, ihn nach ein paar entscheidenden Verwendungen zu verlieren!

Magie ist nicht alles

Lysithea zaubert
Sieht gut aus und trifft noch besser: Die Magie

Generell werden aber auch die gewöhnlichen Waffen nach Ablauf ihres Verfallsdatums nicht regulär vernichtet, sondern verursachen im zerbrochenen Zustand lediglich weniger Schaden. Bei einem Schmied können sie dann jederzeit auf Material- und Zeitbasis wieder repariert werden. Auch diese kleine Änderung nimmt einiges an Stress aus unseren Entscheidungen heraus.

Unter uns Hardcore Fans ist es typischerweise nicht unbedingt ein Pluspunkt, wenn Komplexität aus dem Spiel entfernt wird. In diesem spezifischen Fall können wir darüber allerdings hinweg sehen, denn das Haltbarkeit-System der Fire Emblem Serie fiel selbst den Stammspielern meistens hauptsächlich als ‚nervig‚ auf. Weiterhin gibt es zudem wie gewohnt sehr starke Limitierungen auf die Verwendung von legendären Waffen.

Apropos Komplexität: Auch das Waffendreieck ist weiterhin völlig aus dem Spiel verschwunden. An diesem Punkt muss man sich fragen, ob Intelligent Systems uns diese Kleinigkeit nicht wenigstens als optionales Feature mitgeben könnte, anstatt so viele Mechaniken einfach zu entfernen.

Kommando Halt!

Während wir unser Können in Sachen Lehrerei verbessern, schalten wir Adjutanten-Plätze in unseren Reihen frei. Wer die letzten Teile der Serie gespielt hat, kennt diese Funktion auch schon: Einer Einheit wird eine – vorzugsweise befreundete – Einheit als Unterstützung zugewiesen, was zu einigen Vorteilen führt, die während des Tutorials ausführlich erläutert werden.

Bedauerlicherweise ist dieses Feature ziemlich oberflächlich und trägt auch diesmal nicht wirklich etwas zum Spielerlebnis bei. Immerhin kann so die initiale Limitierung der Truppenanzahl ein Wenig erweitert werden, wodurch vielleicht ein Liebling weniger auf der Bank sitzen muss.

Bataillon schiebt explosives Fass
Unsere Bataillone haben ein paar Tricks auf Lager

Adjutant x10!

Nun aber zur echten Neuerung von Three Houses: das Bataillon. Jeder unserer Kämpfer kann auf Wunsch – es hat durchaus seine Vorteile das nicht zu tun! – das Kommando über sein eigenes Bataillon an Kriegern übernehmen. Durch das Ausrüsten eines Bataillons kommen uns vielfältige Boni vom Stat-Boost bis hin zu spezifischen Skills zu Gute, die wir beliebig im Kampf einsetzen können.

Monster in FE
Oha, das ist groß

Besonders nützlich sind Bataillone gegen die neu eingeführten Mini-Bosse in Form von wilden Tieren und Monstern. Diese verhalten sich im Kampf nicht wie normale Einheiten und müssen durch Teamarbeit besiegt werden. Ihre Verteidigung durchbrechen wir am leichtesten mit einem besonders angriffsstarken Bataillon.

Endlich mal wieder etwas neues in Fire Emblem! Wieder einmal sind aber auch hier wirklich diverse Möglichkeiten rar, weshalb auch dieses Feature nach einiger Zeit an Glanz verliert. Vor allem gegen Ende des Spiels bietet die exzessive Nutzung der Bataillon-Skills durch die Gegner zwar eine neue Herausforderung, viel Freude kommt bei „50/50 Chance ob meine Einheit sofort stirbt oder nicht“ aber nicht auf.

Ist er tot?

Seit Awakening wird uns die Wahl gelassen, auf welcher Schwierigkeit wir über das Schlachtfeld marschieren wollen. Auswahlmöglichkeiten gibt es zu Beginn genau 2:

  • Normal oder Schwer (lässt sich im Verlauf des Spiels herabstufen)
  • Anfänger oder Klassisch (Permadeath oder nicht)

Ein sei direkt gesagt: Selbst auf der Einstellung schwer ist Three Houses größtenteils bedeutend einfacher, als die ursprünglichen Fire Emblem Games. Es ist daher unserer Meinung nach klar empfehlenswert die schwierigere Stufe zu wählen und nur bei Bedarf auf Normal zurück zu greifen.

Ingrid verliert
Wenn die Lebenspunkte auf 0 fallen, dann war’s das

Entscheidung Nummer 2 ist da schon etwas spannender, denn wer mag schon gerne dabei zusehen, wie seine eigenen Schüler sterben? Trotzdem kommt es dem Flair der Serie auf jeden Fall zu Gute, den Klassik-Modus anzugehen. Die wirklich spannenden Momente erleben wir nur dann mit pochendem Herzen, wenn unser Kämpfer gerade um Haaresbreite dem Tod entronnen ist.

Doch Achtung, denn in den späteren Passagen unseres Schlachtzugs kann die Kombination aus Schwer und Klassisch durchaus für Frust sorgen. Mit langsamen Bewegungen und taktischem Vorgehen ist es zugegeben ohne große Probleme machbar, das ist nur leider nicht jedermanns Sache!

RP im G

Zum ersten Mal haben wir – nach den schmächtigen Anfangen von Fates – wirkliche Rollenspiel Elemente in einem FE-Teil finden können, was uns natürlich gerade bei QRPG besonders gut gefällt. Endlich können wir uns auch als Außenstehender mit unseren Einheiten unterhalten und selbst ins Geschehen eingreifen, statt nur von den Randlinien aus zuzusehen.

Lehrer angeln auch in Fire Emblem: Three Houses
Auch ein Lehrer braucht seine Auszeit

Jeder einzelne Charakter – ob Schüler, Soldat oder Lehrer – hat seine eigene ausgefeilte Hintergrundgeschichte und Charakterzüge. Und es wird noch besser! Jedes einzelne Mitglied eurer Truppe kann Gespräche mit allen anderen Klostergängern führen. Dazu gibt es wie in den vorherigen Teilen unterschiedliche Stufen der Zuneigung, also auch weiterführende Gespräche. Die schiere Menge an möglichen Gesprächen ist absolut gigantisch! Es muss allerdings gesagt werden, dass unsere Schüler – wenn auch ausgiebig beschrieben – doch sehr eindimensional wirken.

Dazu kommen schulische Events wie Angelturniere, gemütliche Teestunden zu zweit und sogar eine grobes Romancing-Feature, welches zu Byleth’s Hochzeit führen kann.

So viel Aufwand und Detail in eine Ecke des Spiels zu stecken, von der der Großteil an Spielern wahrscheinlich gut 80% verpasst, ist fast schon einzigartig und zeugt davon, dass wir es hier mit einem detaillierten, ausgereiften Spiel zu tun haben.

Freiheit… doch zu welchem Preis?

Auch Three Houses fügt sich in den Trend ein, den die letzten Releases gesetzt haben und geht dabei noch einen Schritt weiter. Einschränkungen sind – bis auf Hauptcharaktere – so gut wie nicht mehr existent. Wo doch die ersten Teile der Serie streng darauf geachtet haben, dass der Myrmidone auch ein Schwertkämpfer bleibt, steht eurem muskelprotzigen Tänzer nun nichts mehr im Wege.

Klassen in FE3H
Das sind noch nicht alle Klassen in FE3H!

Einerseits öffnen sich uns durch diese Möglichkeiten ganz neue Türen, andererseits nimmt es dem legendären Schwertkämpfer doch etwas an Persönlichkeit, wenn er plötzlich als Magier in die Schlacht zieht.

Uns fehlt bei der Klassenwahl das Feeling der alten Schule, das sich eingeschlichen hat, wenn man den kleinen Ross aus Sacred Stones zum brachialen Berserker entwickelt hat. Es ist tatsächlich einfach nicht das Gleiche, wenn es keinerlei Richtlinien gibt.

Content Party – Zeit bitte selber mitbringen

Normalerweise macht es wenig Sinn die Menge an Content als positiv oder negativ zu beschreiben. Anlässlich der absurden Menge an Inhalt, die FE3H zu bieten hat, tun wir das in diesem Fall aber trotzdem!

Alleine durch die zahlreichen Nebenaktivitäten bietet das Spiel eine mehr als angemessenes Spielerlebnis. Dadurch, dass uns durch die drei Häuser auch drei eigene Geschichten geboten werden, können sich ohne großes Drumherum sogar mal eben 100 Stunden Spielzeit ansammeln.

Was dagegen schon wieder keinen Platz gefunden hat, ist ein Multiplayer Modus. Schade, denn dieser hat – in den wenigen Teilen die ihn implementierten – vor allem unter den langjährigen Fans für viele, viele Stunden an taktischem Spielspaß gesorgt.

Nintendo und die Technik

Nintendo Power Magazon
Wo ist die Power in Nintendo?

Nicht nur der Mangel an Multiplayer Optionen ist typisch für Nintendo. Ebenso erleben wir es viel zu oft, dass der Powermangel der Konsole dazu führt, dass einige Abstriche gemacht werden müssen. Dummerweise sind diese Abstriche häufig nicht genug.

Trotz der offensichtlichen Hingabe der Entwickler, sieht das Spiel – vor allem im direkten Vergleich zu den 3DS Editionen – zwar ganz schön aus, beeindruckend würden wir das aber nicht nennen. Obendrauf bekommen wir vor allem im handheld Modus der Switch viel zu regelmäßige FPS Drops.

Für uns ist Leistung kein entscheidendes Merkmal in einem Spiel, so viel muss klar sein. Trotzdem wäre es natürlich schön, wenn uns derartige Mängel zumindest nicht ganz so stark auffallen würden, dann wäre der Fire Emblem: Three Houses Test sicher auch noch einen Tick besser ausgefallen.

Er hat gesprochen

Da ich wie – bereits mehrfach erwähnt – seit sehr vielen Jahren ein riesiger Fan von Fire Emblem bin, kann ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, ein paar subjektive Worte zu verfassen.

Fire Emblem Three Houses ist ein stabiles Release und gehört für mich in das Mittelfeld der Serie. Wir haben es ganz klar mit einem viel liebevolleren Spiel zu tun, als es bei Shadows of Valentia der Fall war. An die Größe der Gameboy Advance Spiele oder dem ersten 3D Ableger Path of Radiance kommt Three Houses aber nicht heran.

Guy Crit auf Priester
Ach ja, die gute alte Zeit

Unterdessen gebe ich die Hoffnung nicht auf und wünsche mir noch immer eine Rückkehr zur klassischen 2D Ansicht. Bisher konnte mich graphisch noch keiner der 3D-orientierten Titel annähernd so überzeugen, wie es der erste Crit von Guy im Jahre 2004 getan hat.

Innovation

FE3H ist ein Titel, der fraglos wieder seinen Platz in der Serie verdient hat.

Auch wenn sich am Core-Gameplay nicht außerordentlich viel verändert hat, finden wir dennoch Innovation an jeder Ecke. Mit neuen Klassen, der freien Charakterwahl und einem präsenten Protagonist, fühlen wir uns nicht in einem weiteren Klon der FE-Reihe verloren.

Während wir die Sympathie zu unseren Mitstreitern immer weiter aufbauen, wirkt die Story im Hintergrund manchmal etwas wackelig, hat aber dessen ungeachtet einiges zu bieten.

Das veraltete Ausrüstung- und Magie-System wurde um sinnvolle Aspekte erweitert, Luft nach oben sehen wir dort aber noch immer. In Kombination mit der Vielzahl an wählbaren Klassen, wird der experimentierfreudige Spieler verstärkt seinen Spaß mit Three Houses haben.

Innovation ist nicht immer der richtige Schritt, denn viele unter uns werden sich beispielsweise über die Änderungen zu Zaubersprüchen nicht gerade freuen, die nun als Skill anstatt wie bisher als Gegenstand gerechnet werden. Noch weniger darüber, dass das Waffendreieck weiterhin nicht in das Spiel zurück kehren durfte.

Viel Neues hat Fire Emblem: Three Houses uns mitgebracht, aber auch viel Altes auf der Strecke verloren. Wo uns die neu gewonnene Freiheit überzeugt, da spüren wir auch den Mangel an Komplexität und Tiefe.

Denkt ihr, wir sind einen Schritt in die richtige Richtung gegangen?

Spaß hatten wir auf jeden Fall im Fire Emblem: Three Houses Test
Spaß hatte wir auch jeden Fall, bis zum nächsten Release!

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