Was ist ein Dungeon Crawler – Bedeutung und Fakten

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Bedeutung: Was bedeutet Dungeon Crawler?

Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort Dungeon so viel wie Verließ oder Kerker. Obwohl diese unterirdischen Strukturen auch heute noch oft eine Rolle in der Szene spielen, ist es natürlich nicht nur dabei geblieben. Was ist ein Dungeon wirklich und was bedeutet das Genre Dungeon Crawler?

Der Begriff Dungeon Crawler (dt. wörtlich: Verlies Schleicher) bezeichnet RPGs (Rollenspiele), in denen der Spieler sich durch ein Labyrinth (Dungeon) voller Rätsel und Gegner kämpfen muss. Das Gameplay fokussiert sich auf das Bezwingen vieler einzelner Dungeons, oder mehrerer Ebenen innerhalb eines Dungeons.

Dungeon Crawler: The Legend of Grimrock Gameplay
Moderner Dungeon Crawler in seiner reinsten, klassischen Form – The Legend of Grimrock

Schon zu Beginn des Genres konnte ein Dungeon durchaus auch eine Höhle oder ein verlassenes Gebäude darstellen. Schlussendlich gibt es in dieser Hinsicht keinerlei Beschränkungen: Ein Dungeon kann so ziemlich alles sein, solange es den Spieler in seiner Bewegungsfreiheit einschränkt.

Die Atmosphäre eines Dungeons kann sehr unterschiedlich sein: Im JRPG bekommen wir meist eine hellere Optik, wohingegen wir im WRPG von Hoffnungslosigkeit erdrückt werden.

Übrigens: Der größte Anteil an Dungeon Crawlern auf dem Markt finden wir unter den ARPGs! Außerdem versteckt sich hinter fast jedem Titel im Roguelike Genre ein Dungeon Crawler. Falls du noch mehr über die verschiedenen Genres erfahren möchtest, dann schau doch mal bei unserer ultimativen Kompilation vorbei!

Doch woher kommt der Begriff eigentlich?

Dungeon Crawl – Die Geschichte

pedit5: Der erste Dungeon Crawler Gameplay
Das Original! – pedit5 Gameplay

Das so genannte Dungeon Crawl Szenario stammt aus 1975 und wurde zuerst von Rusty Rutherford für das Spiel pedit5 implementiert. Dieses spezifische Game war nicht besonders erfolgreich, doch schon bald wurden einige namenhafte Titel in diesem Genre geschaffen.

Auch an dieser Stelle gibt es wieder ein bestimmtes Vorbild: Dungeons & Dragons – DnD.

Anfangs wurde das über Dungeons verteilte Szenario hauptsächlich für Tabletop RPGs verwendet. Nach und nach schossen immer weitere Games aus dem Boden, die grob dem Muster DnD entsprachen. Natürlich dauerte es nicht lange, bis auch die ersten Videospiele im RPG Genre von diesem Setting Gebrauch machten.

Das am häufigsten verwendete Szenario besteht aus einer Gruppe von Abenteurern, die sich durch ein mit Monstern gefülltes Verlies kämpfen müssen – Daher der Name Dungeon Crawler.

Dungeon als Begriff ist heute gleichbedeutend mit einem gekapselten Abschnitt eines Spiels, der meist nach dem Sieg über einen Bossgegners mit der erfolgreichen Flucht endet.

Was ist ein Dungeon Crawler

Ein Dungeon Crawler ist in gewisser Weise ein Gegensatz zum Open-World Setting. Es ist aber durchaus möglich, beide Prinzipien miteinander zu vereinen. In diesem Fall kann der Spieler sich frei durch die RPG Welt bewegen und nach eigener Entscheidung vorbereitet die verteilten Dungeons betreten.

Gameplay aus Legende Grim Dawn
Gameplay aus dem Vorzeige-Titel: Grim Dawn

Der Abschluss eines Dungeons ist im Normalfall mit einer der Schwierigkeit angemessenen Belohnung verbunden. Da diese Belohnungen oft zufällig genereiert werden, macht es das für uns lohnenswert, bestimmte Abschnitte mehrfach zu besuchen.

In den nächsten Abschnitten besprechen wir die wichtigsten Merkmale des Dungeon Crawlers. Dabei gilt es wie immer zu beachten: Die Ausnahme bestätigt die Regel!

Dungeons – Das Labyrinth

Na gut, dieser Punkt ist offensichtlich… ohne Dungeon kein Dungeon Crawler. Aber was müssen wir uns darunter denn überhaupt vorstellen?

Ein Dungeon ist meist aufgebaut wie ein klassisches Labyrinth. Das bedeutet, dass es viele verschiedene Wege gibt, die der Spieler einschlagen kann. Dennoch gibt es – mit Ausnahmen – nur einen einzigen korrekten Pfad, der zum Ziel führt.

Path of Exile Dungeon Map
Prozedural aufgedeckte Map in PoE

Das heißt jedoch noch lange nicht, dass das effizienteste Vorgehen ist, so schnell wie möglich an das Ende zu gelangen. Ganz im Gegenteil! Ein Dungeon versteckt viele Geheimnisse, die es zu lüften gilt.

Spätestens im späteren Verlauf des Gameplays wird der Spieler auf nahezu unüberwindbare Herausfprderungen treffen, die er ohne gründliches Vorgehen nicht bewältigen kann.

In den tiefsten Ebenen und dunkelsten Ecken des Dungeons können mächtige Gegenstände versteckt sein, die uns das Vorankommen erleichtern. Vielleicht sogar ein sehr anspruchsvoller Boss, der uns mit wichtigen Informationen versorgen kann. Übersehen wollen wir das auf keinen Fall… lasst euch Zeit!

Wie wir das von einem Labyrinth gewohnt sind, ist unsere Bewegungsfreiheit massiv eingeschränkt: Einen einfachen geraden Weg zur Ziellinie gibt es selten. Der Spieler muss selbst dafür sorgen, einen Überblick über das Geschehen zu erhalten. Karten müssen angefertigt oder erst gefunden werden. Kurz gesagt ist die Erkundung das wichtigste Element des Spiels!

Atmosphäre

Das Wort Dungeon wird mit einer düsteren Atmosphäre verbunden. Logisch, Kerker und Höhlen voller Monster klingt für kaum jemanden einladend. Es muss schon einen guten Grund geben, um sich dort hinein zu wagen.

Eine dunkle Optik und ein gefährlich klingender Soundtrack ist Standardausrüstung eines Dungeon Crawlers. Umso erleichternder fühlt es sich dann an, am Ende endlich wieder Tageslicht zu Gesicht zu bekommen.

Obwohl diese Atmosphäre der Klassiker ist, ist sie keinesfalls tatsächlich nötig. Statt um eine Höhle voller Monster, kann es sich auch um einen Turm voller Wachen oder sogar einen Tempel voller Fallen handeln.

Darkest Dungeon hat eine düstere Atmosphäre
Die Welt von Darkest Dungeon ist nicht gerade einladend!

Mittlerweile gibt es einige Releases, die auf eine hellere Stimmung setzen, im Schnitt sind die Abenteuer aber sogar noch finsterer und gefährlicher geworden.

Randomisierung

Vor allem in Roguelikes und Multiplayer Games im Dungeon Crawler Genre sind die Layouts der Areale oft nicht festgelegt. Sie werden durch komplexe Algorithmen generiert und sehen bei jedem Zutritt völlig anders aus.

Auch die Gegner können sich geringfügig unterscheiden, oder zumindest unterschiedlich platziert sein. Das generelle Thema wird aber immer beibehalten!

Dieses Vorgehen ermöglicht es jedem Spieler, sein eigenes Abenteuer zu erleben. Außerdem wird es auf diese Weise nicht langweilig, das gleiche Dungeon mehrfach anzugehen.

Instanzen

In MMORPG’s oder kleinflächigeren Online-Games (bspw.: Diablo III) läuft ein Dungeon in einer eigenen Instanz. Das bedeutet, der selbe Bereich existiert im Hintergrund mehrfach. Wir bekommen als Spieler -oder als Party – je eine eigene Instanz zugewiesen, die im Anschluss wieder geschlossen wird.

Somit verhindert man, dass sich zu viele Spieler gleichzeitig im Dungeon befinden und so für Probleme sorgen. Wer möchte schon durch einen Kerker laufen, dessen Türen zuvor von einem anderen Spieler geöffnet wurden?

Fortschritt im Dungeon Crawler

Jedes Dungeon hat 2 wichtige Ziele:

  1. Dem Spieler den Zutritt zur nächsten Ebene oder zum nächsten Dungeon gewähren.
  2. Den Spieler Trainieren und ihn auf weitere Herausforderungen vorbereiten.

Da Dungeons oder ihre Bereiche mit der Zeit immer herausfordernder werden, wäre es fatal, würde einer der Aspekte fehlen. Hier finden wir auch den vorher angesprochenen Grund, weshalb wir jede Ecke erkunden sollten. Niemand möchte im nächsten Bereich unterlevelt sein!

Diablo 3 Equipment
Erkämpftes Equipment in Diablo 3

Der Fortschritt des Spielers wird in einigen Ablegern – vor allem gegen Ende – nicht mehr daran gemessen, wie weit der Spieler durch die Geschichte schreitet, sonder daran, wie stark sein Charakter geworden ist.

Mehr Power verleihen wir unserem Protagonisten durch das Besiegen möglichst vieler Feinde. Diese hinterlassen uns zum einen Erfahrung, durch die der Charakter selber mächtiger wird. Zum anderen finden und erkämpfen wir Equipment, das den weiteren Weg erleichtern soll.

Gewöhnliches RPG Vorgehen also. Nicht besonders verwunderlich, denn schließlich ist der Dungeon Crawler eine der RPG-Urformen.

Feinde & Bosse

Neben Rätseln, Key-Items und Navigation geht es natürlich vor allem um eines: Das Kämpfen. Dabei gibt es zwei grundsätzlich ganz unterschiedliche Ansatzweisen:

Einerseits können dem Spieler Horden von Gegnern entgegen geworfen werden. Das Dungeon läuft nur so vor Monstern über, während wir versuchen uns einen Weg durch unsere Feinde zu bahnen. Wenn wir das Areal erneut betreten, kommen die Gegner wieder und möchten ein weiteres Mal nieder gemäht werden. Der Action-orientierte Weg.

Andererseits können Kämpfe sehr rar und individuell verteilt sein. Es gibt nur einen Bruchteil der Kämpfe, die aber dafür wirklich einzigartig sind. Auf jeden Kampf sollte sich vorbereitet werden und es ist nötig sich eine Taktik zurecht zu legen. Habt Ihr einen Gegner erstmal besiegt, spawnt er nicht noch einmal. Der Taktik-orientierte Weg.

Selbstverständlich können diese Stile im Dungeon Crawler beliebig vermischt werden, weshalb man nicht jedes Spiel in eine der Sparten einordnen kann.

Klassischer Dungeon Crawler: The Bard's Tale 4
Bossgegner im Dungeon Crawler The Bard’s Tale IV

Eine Gemeinsamkeit ist fast immer ein mächtiger Boss am Ende der Ebene und am Ziel des Dungeons. Eine Sache, mit der man wirklich fast immer rechnen darf.

Fazit

Ein Dungeon Crawler bezeichnet nur eine Spielweise, nicht den tatsächlichen Aufbau des Spielgeschehens.

Es handelt sich sozusagen um ein Sub-Sub-Genre, das man in fast jeder Kategorie wieder finden kann. Ob rundenbasiert oder actionlastig, RPG fokussiert oder als einfacher Looter-Shooter… ein Dungeon Crawler kann wirklich alles sein, so lange die aufgelisteten Aspekte erfüllt wurden.

Manchen gefällt dieser Spielstil überhaupt nicht, da sie sich lieber durch eine offene Welt bewegen. Wieder andere schätzen genau den eingeschränkten Druck zwischen den düsteren Wänden. Nun wisst Ihr zumindest, worauf es zu achten gilt!

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