Was ist ein JRPG – Bedeutung und Fakten

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Bedeutung: Was bedeutet JRPG?

Unser heutiges Genre stellt einen absolut massiven Teil der verkauften Videospiele dar. So gut wie jeder hat schon von den japanischen Spielen gehört und kann sich etwas unter der Terminologie vorstellen. Aber was ist eigentlich die Bedeutung eines klassischen JRPGs?

JRPG bedeutet Japanese Role-Playing Game, bezeichnet also grundsätzlich Rollenspiele, die von japanischen Entwicklerstudios produziert wurden. Oft wird aber nur die spezifische Teilmenge von RPGs als JRPG bezeichnet, in der die hier aufgezählten Merkmale implementiert wurden.

In dieser Sache ist das JRPG-Subgenre dem ARPG-Subgenre sehr ähnlich, obwohl das eine eigentlich einen Stil und das andere eine Gameplay Mechanik beschreiben sollte. Beide Communities schließen einen Großteil der Spiele aus, die laut eigentlicher Bedeutung genau ins Schema passen würden. Mit der Definition können wir heute also wenig anfangen.

Beim JRPG geht es weniger um den Ursprung des Spiels, sondern viel mehr darum, mit welcher Kultur sich der Titel identifiziert. Fun Fact: Viele japanische Entwickler und Spieler wissen gar nicht, dass ein JRPG Genre existiert! Schon gar nicht eines, in dem nicht alle japanischen RPGs vorkommen.

Im Fall JRPG geht die fragwürdige Differenzierung sogar so weit, dass der Begriff sich teils nur noch auf Äußerlichkeiten festlegt. So wird ein westliches Spiel, welches typisch japanische Grafiken oder Sprites verwendet, eher zum JRPG erklärt als ein tatsächlich japanisches Spiel mit westlicher Grafik.

Also kein JRPG?

Ein klassisches Beispiel für diesen Fall ist die Dark Souls Reihe, welche laut der ursprünglichen Definition kaum noch eindeutiger ein JRPG sein könnte. Doch bezeichnet irgendjemand die Soulsborne Teile als JRPG? Nein, sicher nicht. Anders herum wird ein im RPG Maker erstelltes Spiel ohne Zögern zum JRPG erklärt, selbst wenn die originalen Gameplay Mechaniken nicht verwendet werden.

Wie jedes RPG Genre ist auch das JRPG Subgenre absolut verwirrend und nicht klar definiert. Was wir euch heute aber immerhin erklären können: Was meint euer Kollege, wenn er mal wieder von JRPGs redet?

Übrigens: Den Vergleich zwischen JRPG und WRPG findest du ebenfalls bei QRPG!

Verschiedene Genres in JRPGs

Zuersteinmal müssen wir klarstellen, dass es sich beim JRPG im Vergleich zum ARPG oder CRPG um eine höhrere Hi­e­r­ar­chie­ebe­ne handelt. Während in den zwei genannten Beispielen die Art des Gameplays festgelegt ist, ist das JRPG in dieser Hinsicht sehr variabel. Um euch davon ein generelles Bild zu verschaffen, sind hier einige Beispiele:

Chrono TriggerReal-time Turn-based JRPG
Fire EmblemTactical JRPG
NieR: AutomataAction JRPG
Also doch ein JRPG?!

Viele Anhänger des Genres würden behaupten, dass ein wahres JRPG rundenbasierte Elemente mit der Wahl von Aktionen während des Kampfes verbinden muss. Dabei halten Sie sich hauptsächlich an das Vorbild des Vorzeigebeispiels der Kategorie: Die originalen Final Fantasy Einträge.

Da wir uns in diesem Artikel um das allgemeinene Vertsändnis der Community kümmern, finden wir diese Definition zu eng gewählt. Ein Final Fantasy XV oder Nier aus der JRPG Sparte auszuschließen, während Pokémon darin enthalten bleibt, wäre nicht im Sinne des Sprachgebrauchs!

Lustigerweise haben sich hier einige Ausnahmen eingeschlichen, wie beispielsweise die Monster Hunter Reihe. Auf diese trifft nämlich kein einziges der gleich aufgelisteten Merkmale zu, außer dass es aus Japan stammt. Trotzdem bezeichnet die Community den Titel regelmäßig als JRPG.

Der RPG Welt fehlt es wirklich an Konstanz!

Was ist ein JRPG

Schlussendlich nützt es nichts, über die Semantik zu diskutieren. Kommen wir lieber endlich dazu, was ein JRPG denn nun wirklich ausmacht. Spoileralarm: Es ist nicht die Herkunft, sehr wohl aber die Kultur.

Hier sind die 5 bedeutendsten Merkmale eines klassischen JRPG Videospiels:

1. Optik

Soulslike JRPG: Code Vein Steam Banner
Es ist wohl ein JRPG – Code Vein

So langweilig es auch kling: Die Optik ist heutzutage das ausschlaggebenede Kriterium für ein JRPG. Die weiteren Merkmale sind zwar fast immer vorhanden, aber im Vergleich trotzdem nur optionale Extras. Macht es Sinn ein Genre aufgrund seiner Grafik zu definieren? Absolut nicht! Aber genau das ist leider großteilig passiert.

Ein passendes Beispiel dafür ist – mal wieder – Dark Souls. So gut wie niemand würde das Spiel als JRPG bezeichnen… aber was, wenn wir die Charaktere und Monster mit Anime-orientierten Figuren ersetzen? Genau das wurde im Fall Code Vein getan und das Ergebnis ist etwas ernüchternd: Ja, es wurde offiziell von der Community als JRPG anerkannt und trägt Stolz das Steam-Tag JRPG!

Cloud Frisur: Klassisch JRPG
Frisur sitzt: Ja das ist ein JRPG!

Das Aussehen von japanischen Spielen und Animationen ist tief in den Köpfen der Spieler und Konsumenten verankert. Verrückte Frisueren und knallige Farben gehören zum Anime-Style heutzutage nunmal einfach dazu. Zusätzlich bekommen wir gewohnterweise eine Welt mit glatten Oberflächen und wenigen Details, dafür umso schönere präzise Texturen.

Die texturgeprägte Optik bringt glücklicherweise nicht immer nur Nachteile mit sich. Während ein westliches AAA RPG mit hohem Budget meist schlichtweg besser aussieht als sein asiatischer Widersacher, so macht ein low-budget JRPG äußerlich um einiges mehr her als ein Indie RPG aus Europa.

2. Charaktere & Tropes

Für diejenigen, die mit dem Begriff Tropes noch nicht bekannt gemacht worden sind:

Ein Trope bezeichnet eine Technik, mit der dem Zuschauer durch eine bekannte Situation das Gesamtbild vermittelt wird. Filme und Spiele benutzen Tropes in rauen Mengen, wobei einige von ihnen – je nach Audienz – durch Ihre häufige Verwendung als billiges Klischee aufgefasst werden. Der klassischte aller Tropes: Der coole Held, der sich in das schüchterne unauffällige Mädchen verliebt.

JRPGs verwenden diese Tropes so exzessiv, dass es einigen Spielern regelmäßig kalte Schauer über den Rücken jagt. An sich will niemand mehr den langweiligen Protagonisten erleben, der durch unerklärliche Umstände Superkräfte entwickelt und die Welt rettet… dennoch ist das genau das Setting der meisten JRPGs.

Manifestiertes JRPG: Cloud – Von Charakter bis Waffe

Jede Münze hat 2 Seiten: Andererseits können die meisten Fans kaum genug davon bekommen, das 3 Meter lange und mindestens 300kg schwere Breitschwert des Klischees ihren Feinden entgegen zu schwingen. Verdammt nochmal, wer könnte darauf schon verzichten?

Tropes sind grundsätzlich keine schlechte Sache, auch nicht wenn sie zu oft verwendet wurden. Es wäre nicht fair ein neues Spiel schlechter zu bewerten, weil es die gleichen Tropes nutzt wie ein Titel aus dem letzten Jahrtausend. Doch unterbewusst tun wir leider genau das: Das gleiche nochmals zu erleben empfinden wir oft als langweilig oder unangenehm.

JRPGs polarisieren wie kein anderes Genre: Entweder man mag die klischeebehafteten Persönlichkeiten und Settings… oder nicht.

3. Storytelling

Ein grundsätzliches Merkal das JRPG Genres ist die Verfolgung eines roten Fadens. Erst in den letzten Jahren hat der japanische Markt experimentell mit dem Prinzip der Open World begonnen. Während wir auf dem westlichen Markt einen aprupten Wechsel von extrem linear zu extrem offen spüren konnten, bewegten sich die JRPGs stets auf einem Mittelweg. Durch einzelne große Areale in denen sich der Spieler frei bewegen kann, wird ein Gefühl der Freiheit erzeugt. Einfach in die andere Richtung laufen konnte man aber so gut wie nie!

Und das hat auch seinen Grund: Die originalen japanischen RPGs legen einen viel höheren Stellwert auf das Storytelling. Wo der westliche Markt versuchte schickes Gameplay mit passablen Geschichten zu schmücken, haben die asiatischen Entwickler erst die Atmosphäre geschaffen und das Gameplay eher als Mittel zum Zweck eingefügt.

Persona 5 Gameplay
Schrille Farben, überzeichnete Charaktere und Stunden des Laufens um den nächsten Abschnitt der Story zu erreichen – Vorzeige-JRPG Persona 5

Diese Herangehensweise findet sich auch heute noch ungewollt in den großen japanischen Open World Titeln wieder. Leider kommt es viel zu selten vor, dass beide Seiten sich verbinden und ein ideales Mittelmaß schaffen.

Das Traurige an der Situation ist, dass ein Spiel mit ausgewogenem Verhältnis zwischen Gameplay und Story – sowie gemäßigter Verwendung von Tropes – nicht mehr als JRPG erkannt wird. Sehr schade, dass sich dieses negative Stigma nicht vom Genre lösen lässt.

Übrigens: Aufgrund der ausführlichen Handlung und der vielfachen Menge an Dialogen bieten lineare JRPGs im Schnitt mehr Spielzeit als andere – offenere – RPGs. Natürlich ist das für die Definition nicht von Bedeutung.

4. Progression & Levels

Wenn man an Progression in JRPGs denkt, dann kommt einem direkt eines in den Sinn: Stats. Na gut, Stats sind ein wesentliches Merkmal von eigentlich jeder Art von RPG, doch hier sind sie besonders wichtig! In vielen westlichen Spielen kann durch Skill des Spielers der Weg geebnet werden, in JRPGs ist das sehr selten der Fall.

JRPG Endgame: Die Zahlen müssen höher werden!

Ein starker Feind im klassischen JRPG tötet eure Gruppe mit einem Angriff… egal wie klug Ihr euch anstellt. Im westlichen RPG kann – so simpel es auch klingt – meistens so lange ausgewichen werden, bis der Boss zu Boden geht. Selbst wenn wir die Fire Emblem Serie mit den XCOM Titeln vergleichen stellen wir fest, dass ein Bosskampf im japanischen FE eher ein Statcheck ist als Strategie. Zu dieser Art von Game – taktische RPGs und SRPGs – findet Ihr ebenfalls Infos bei QRPG.

Ein Nachteil? Nicht für jeden Spieler. Dadurch, dass der eigene Charakter immer weiter trainiert werden kann, wird die Truppe gegen Ende des Spiels extrem mächtig. In Form eines Halbgottes durch eine fantastische Welt zu wandern und mit riesigen Damage-Zahlen um sich zu werfen, bietet definitiv eine gewisse Befriedigung. Für viele ist genau das der Grund aus dem sie Videospiele spielen: Unglaubliche Dinge zu vollbringen, die im wahren Leben nicht möglich wären.

5. Audio – Musik & Synchronsprecher

Weniger von Bedeutung als JRPG Merkmal, als viel mehr als Bereich, in dem die Japaner der westlichen Entwicklung einiges voraus haben. Wie in #3 besprochen setzten japanische RPGs vermehrt auf Atmosphäre über Gameplay. Eine ergreifende Geschichte unterlegt von einem beeindruckenden Soundtrack macht dabei direkt noch mehr her!

Die orchestralischen Klänge vieler großen JRPGs sorgen dafür, dass schon kurze Zeit nach Abschluss des Spiels Nostalgie entsteht. Gänsehaut ist garantiert… Die Frage ist nur, ob es die epische Atmosphäre oder ein extrem peinlicher Trope war, der sie ausgelöst hat.

Ein einziger von etlichen Tracks, der mehr Charakter zeigt als die meisten Soundtracks gesamter westlicher Releases.

Dazu kommt der kleine aber feine Fakt, dass sich unter den Japanern die besten Voice-Actors der Welt befinden. Das ist keine Errungenschaft des Genres, doch die JRPG-Branche scheint die einzige zu sein, die an dieser Stelle entsprechend investiert. Ein Synchronsprecher der echte Gefühle in seine Arbeit legen kann, verleiht der Geschichte unvergleichliche Authentizität und sorgt für ein Erlebnis, dass den Titel weit von anderen Ablegern abhebt.

Fazit: Sind JRPGs dein Genre?

Um sich mit dem JRPG Genre anfreunden zu können, muss man sich auf ein paar Kompromisse einlassen. Oft – aber natürlich nicht immer – muss man beim reinen Gameplay die Abstriche verbuchen.

Selten gibt es Shortcuts um das Spiel schneller zu beenden und Ihr müsst das tun, was das Spiel von euch will. Wenn dazu die klassische Hole-die-Blume-vom-anderen-Ende-der-Welt Quest gehört… dann ist das so. Es gehört zum Game die farbenfrohen Welten zu genießen, auch wenn es mal nicht besonders spannend zur Sache geht. Das bedeutet, für die meisten JRPGs müsst Ihr eine ordentliche Portion Freizeit und Ausdauer mitbringen.

Vor allem für gemütliche Zocker, die nicht konstante reflexbasierte Action brauchen, ist das Genre ideal. Dieser Punkt trifft auf fast jedes bedeutende JRPG zu, egal ob rundenbasiert, strategisch oder actionlasting. Wer ein immersives Abenteuer sucht und das Spiel als das sehen kann, was es ist, der wird mit Sicherheit auch ein Freund des Japanischen Rollenspiels!

Realismus und Bodenständigkeit finden wir zwar so gut wie nie, aber auf diese Prinzipien setzt das Genre auch nicht. Das klassische JRPG regt die Fantasie an und bietet uns ein fantastisches Erlebnis voller unerwarteter Wendungen!

Übrigens: Mehr Informationen zu den verschiedenen Genres und ihren Unterschieden findest du in unserer ultimativen Zusammenfassung!

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