Was ist ein CRPG – Bedeutung und Fakten

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Bedeutung: Was bedeutet CRPG?

In den letzten Jahren erfreut sich das CRPG Genre endlich wieder großer Beliebtheit. Und das, nachdem es im vorherigen Jahrzehnt ganz schön ruhig um die Branche geworden war. Wenn nun mal wieder der CRPG-Tag auf einem neuen Titel erscheint, fragt sich vor allem die jüngere Generation unter den Gamern: Was bedeutet CRPG?

CRPG bedeutet Computer Role-Playing Game, also zu deutsch ein Rollenspiel für PC oder Konsole. Darunter ist das Prinzip fantasiebasierter RPGs zu verstehen, welches so gut es geht ins Digitale übertragen wurde.

Was ist ein CRPG?

Zugegeben: Diese Definition ist ein Wenig missraten und verrät auf den ersten Blick überaupt nicht, worum es hier geht. All die anderen Spiele von The Legend of Zelda bis The Witcher sind nur als RPG kategorisiert… sind das nicht ebenfalls Rollenspiele für den Computer? Oh doch das sind sie und genau daher stammt auch die Verwirrung um den Begriff CRPG.

Unter dem Begriff RPG versammeln sich alle Unterkategorien des Genres, einzelne Bezeichnungen wie CRPG und JRPG stellen je nur Subgenres dar. Während RPG lediglich für das Spielen einer Rolle in jeglicher Art steht, macht das vorangehende C alles deutlich spezifischer. In Wirklichkeit versteckt sich hinter dem Begriff nämlich etwas ganz spezifisches: Das traditionelle Tabletop Rollenspiel.

Ihr braucht ein Beispiel für Tabletop RPGs? Dann sagt euch vielleicht der Titel Dungeons & Dragons etwas mehr. Hier findet Ihr alles, was Ihr zum Starten braucht!

Was ist ein CRPG?

Ein gemütlicher DnD Abend!

Tabletop Rollenspiele sind Gruppen-Abenteuer, die alleine durch einige Regeln, Würfel und eine Menge Fantasie orchestriert werden. Ja: Offline mit Freunden am häuslichen Spieletisch.

In der heutigen Welt wäre es natürlich schön, wenn man dieses Erlebnis auch von zu Hause – oder sogar alleine! – genießen könnte. Genau das ist auch schon das, was ein CRPG zu vermitteln versucht. Aber wie schaffen die Entwickler das?

Übrigens: Hier sind die 10 besten CRPGs alles Zeiten!

Hier sind die 5 entscheidenden Merkmale des Genres:

1. Teammitglieder

Hier haben wir auch schon den größten Unterschied zwischen virtuellen und tabletop RPGs. Im ursprünglichen Spiel saßen wir zusammen mit Freunden an einem Tisch, am Computer sitzen wir allerdings alleine.

Der einzige Grundsatz des tabletop RPGs war es, mit einer Gruppe von Abenteurern auf Entdeckungsreise zu gehen. Natürlich konnten die Entwickler diesen Aspekt nicht einfach streichen und so ziehen wir auch in den heutigen CRPGs noch – meistens zu 4. – als Gruppe durch die Welt

Schlachtfeld in Divinity: Original Sin 2
Party of 4: Divinity: Original Sin 2 Gameplay in der Vierergruppe

Fehlende Spieler werden je nach Spiel oder Modus auf verschiedene Weisen ersetzt:

  1. Der Spieler steuert abwechselnd oder gleichzeitig alle Mitglieder der Truppe selbst.
  2. Ihr spielt nur einen Charakter, während die Steuerung und Entscheidungen der Gefährten der Computer übernimmt.
  3. Wir brauchen einen oder mehrere Mitspieler, von denen jeder je eine Rolle spielen darf.

2. Charakter, Stats & Level

Das spannende am RPG ist natürlich das eigentliche Spielen einer Rolle, daher darf die Charaktererstellung nicht fehlen. In fast jedem CRPG könnt Ihr euren Spieler-Charakter nach euren eigenen Vorstellungen gestalten, benennen und seine Charakterzüge selbst bestimmen. Einige Titel lassen euch das selbe sogar für eure Gefährten tun.

Barldur's Gate: CRPG Charakter Erstellung
Charakter Erstellung in Baldur’s Gate

Damit ist es aber noch nicht getan! Natürlich muss jeder Charakter -wie jeder Mensch oder Nichtmensch – ausgeprägte Schwächen und Stärken besitzen. Diese werden in den Stats des jeweiligen Spielers festgehalten. Ursprünglich bestanden diese Attribute aus: Stärke, Geschicklichkeit, Konstitution, Intelligenz, Weisheit, Charisma und Wahrnehmung. Heutzutage werden aber bis auf die drei Grundpfeiler Stärke, Geschicklichkeit und Konstitution gerne einige der Attribute nicht verwendet oder ersetzt.

Normalerweise habt ihr zu Beginn des Spiels eine gewisse Anzahl an Punkten, die Ihr auf eure Attribute verteilen dürft: So werden eure Stärken und Schwächen definiert. Manchmal wird diese Verteilung aber auch randomisiert.

Mit dem Sammeln von Erfahrung durch Aufgaben(Quests) und Kämpfe steigt das Level eures Charakters nach und nach an. Auch dadurch erhaltet Ihr Punkte, die wiederum auf eure Stats verteilt werden können.

3. Kampf

Jetzt gehts ans Eingemachte! Natürlich darf auf einem ordentlichen Abenteuer der ein oder andere epische Kampf nicht fehlen. Im Gegensatz zum RPG sind die einzelnen Schlachten im CRPG meist anspruchsvoller und deutlich länger, schwache Gegner gibt es nur selten.

Taktische Positionierung in Tyranny

Die Herausforderung liegt in der Verwaltung der begrenzten Ressourcen in Form von Leben, Mana oder Ausdauer, sowie der Cooldowns. Viele Fähigkeiten(Skills) können dadurch nur sehr begrenzt eingesetzt werden und wollen vorher taktisch überdacht sein.

Wenn wir uns erstmal im Kampfgeschehen befinden ist nicht Reaktionsvermögen gefragt, sondern pure Taktik. Meist ist es wichtig, die Gruppenmitglieder sinnvoll zu platzieren, um ihnen den Freiraum zu gewähren, den sie benötigen um effektiv zu sein.

Das Geschehen selber läuft rundenbasiert oder automatisiert ab: Jeder Kämpfer kann im ersten Fall nur dann agieren, wenn er an der Reihe ist. Unter den Kampfmitgliedern wird die Reihenfolge durch einen der Stats berechnet. Oft sind CRPGs auch in der TRPG oder SRPG Kategorie zu finden.

In einigen Fällen läuft der Kampf in Echtzeit, das Prinzip hinter den Ressourcen und Cooldowns bleibt aber gleich. Der Spieler kann in diesem Fall das Spiel immerhin beliebig pausieren und seine Taktik überdenken. Über das Thema, welche der beiden Versionen die Bessere ist, herrscht in der Community regelrechter Krieg.

Ein weiteres CRPG Merkmal: Im Normalfall bleibt ein Gegner permanent besiegt, sobald Ihr den Kampf gewonnen habt. Ihr könnt also nicht wie im normalen RPG Genre immer und immer wieder die gleichen schwachen Gegner bekämpfen. Tot bleibt tot.

4. NPCs und Entscheidungsfreiheit

Ein klassisches tabletop RPG lebt von der Fantasie seiner Spieler und vor allem des Game-/Dungeon Masters. Nur dumm, dass es diese im CRPG natürlich nicht gibt: Sie müssen durch künstliche Intelligenz ersetzt werden. Auch die vielen unabhängigen Bewohner – die NPCs – unserer erfundenen Welt sollten mit Leben gefüllt sein. Für jede eurer Entscheidungen muss also bereits im Vorhinein von den Entwicklern definiert werden, was im Nachhinein passiert.

Klassisches CRPG: Divinity OS2 Entscheidung treffen
Frieden oder Krieg? Die Entscheidung liegt bei euch! – Divinity: Original Sin 2

Daraus können wir schließen, dass wir je nach Tragweite der Entscheidung oft mehr als die Hälfte des Contents eines CRPGs gar nicht erst zu Gesicht bekommen. Die sowieso schon extrem teure Entwicklung eines RPGs mit ausführlicher Story, passendem Soundtrack und anspruchsvoller Grafik… und das Ganze x2!? Ja, ich denke wir können alle erkennen warum erfolgreiche CRPGs es verdammt schwer haben.

Um das Element der Unsicherheit & Spannung mit ins Spiel zu bringen – was ein Computer nicht besonders gut kann – wird hier wie im echten Leben mit Würfeln gearbeitet. Diese werden natürlich lediglich durch eine zufällige Zahl zwischen beispielsweise 1 und 20 simuliert. Je nach Höhe unseres Charismas haben wir z.B. eine Wahrscheinlichkeit von 80% einen NPC von unserem Argument zu überzeugen. In einem gewöhnlichen Rollenspiel würde das nur bedeuten geschafft, im CRPG hingegen besteht tatsächlich eine Chance von 20% zu versagen und vom angesprochenen Charakter vermöbelt zu werden.

5. Ansicht: Isometrie

Fast jedes klassische CRPG zeigt euch – ähnlich wie die meisten ARPGs – seine Welt in der isometrischen Perspektive. Äh… in der was? Gehört hat dieses Wort wahrscheinlich jeder Gamer schonmal, aber was bedeutet Isometrie überhaupt?

Kurz gesagt nicht viel mehr, als dass die Umgebung auf 3 Raumachsen gespannt wurde, welche in einem Winkel von 120° zueinander angeordnet sind. Es würde mich schon stark wundern, wenn sich das jemand ohne mathematische Ausbildung tatsächlich vorstellen kann, daher haben wir hier ein ansehnliches Schaubild:

Verschiedene Perspektiven - Isometrie für CRPG
Isometrische Perspektive – Markiert in Orange

Aber warum nun eigentlich die ganze Isometrie? Warum schauen wir nicht einfach klassisch von oben auf ein gewöhnliches 90° Quadrat?

Die isometrische Perspektive stellt eine 2D Grafik auf 3 Achsen dar und erzeugt damit den Eindruck einer 3D Ansicht. Wir entwickeln also lediglich eine 2.5D-Perspektive, sparen uns eine Menge Entwicklungszeit die im CRPG Genre sowieso bereits viel zu knapp ist und bekommen trotzdem einen 3D-Eindruck, der für taktisches Gameplay optimiert ist? Yes!

Viele Spiele verwenden keinen genauen 120° Winkel und sind somit streng genommen auch nicht wirklich isometrisch. Trotzdem wird dieser Begriff für alle Games verwendet, die auf dieses Prinzip setzen. Schlussendlich ist die genau Ausprägung nicht von Bedeutung.

CRPG Titel

Der wohl bekannteste Titel des CRPG Genres ist Baldur’s Gate. Ein legendäres Meisterwerk, das Spiele über Generationen und Genres hinweg inspirieren konnte. Es verkörpert die Definition des modernen CRPGs… höchstwahrscheinlich deshalb, weil all diese Spiele mehr oder weniger das kopieren, was Baldur’s Gate bereits 1998 getan hat. Dieser Titel hat das Genre vielleicht nicht alleine geschaffen, aber definitiv dafür gesorgt, dass es bis heute existiert.

CRPG Neuauflage: Obsidians Pillars of Eternity Cover
Obsidians Pillars of Eternity

Mit einigen Ausnahmen war es nach der Erfolgswelle Anfang der 2000er dann aber auch schnell wieder vorbei mit diesem Spielstil. Es wurden durchaus noch einige gute Games veröffentlicht, aber kaum eines konnte mit den RPGs anderer Genres mithalten. Der Aufwand und die Kosten standen im Verhältnis zur Beliebtheit der Spiele schlichtweg nicht in Relation. Selbst heute werden die meisten CRPGs noch immer von kleineren Studios geschaffen: Der große Kommerz lässt seine Finger völlig aus dem Spiel.

Glücklicherweise geht es in den letzten Jahren wieder steil bergauf. Vor allem die Reihen Pillars of Eternity und Divinity: Original Sin haben wieder ordentlich Leben in das Genre gebracht. Durch ihren großen kommerziellen Erfolg haben wir in Zukunft vielleicht sogar die Chance auf einige AAA Titel nach all den III Releases. Nachdem 2018 Larian Studios – die Schöpfer von Divinity – die Rechte an Baldur’s Gate erwarben, dürfen wir uns fürs Erste schonmal auf Baldur’s Gate 3 freuen!

Übrigens: Willst du mehr über die verschiedenen Genres und Begrifflichkeiten lesen? Du findest sicher alles in unserer ultimativen Kompilation!

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